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I n d i s c h e   T r o m m e l n

 

Indische Trommeln

 © 2002 by Indische Tabla-Schule, Peter Huber

Trommeln sind zwar nicht, wie man früher glaubte, die ältesten Tonwerkzeuge überhaupt, aber vielleicht die ältesten Instrumente, die erst besondere Vorrichtungen gebrauchen, um klingend zu werden. Trommeln sind sehr stark auf der ganzen Welt verbreitet. Die meisten Trommeltypen finden wir jedoch in der indischen Welt, mit ihrer einzigartigen Fülle an Ethnien, Kulturen und Religionen. Selbst Afrika, für uns der Inbegriff eines "Kontinents der Trommeln", wartet nicht mit dieser Vielfalt auf. In Europa präsentiert sich die Situation hingegen ganz anders.

Die Gründe für die grosse Vielfalt an Trommeltypen in aussereuropäischen Ländern sind zunächst darin zu sehen, dass die Trommel z.B. in Indien ein Kultgegenstand ist und alte Trommelformen damit von neueren nicht verdrängt werden, sondern neben ihnen bestehen bleiben. So haben sich im Laufe der Zeit viele " Trommeltypen, alte wie neue, einheimische wie fremde, nebeneinander erhalten. In Indien geht die Entstehung von Trommeln bis in mythologische Zeiten zurück. Es wird gesagt, dass Shiva, nachdem er den Dämonen „Brityashur“ im Kampf erlegt hatte, ein Stück der vom Blut des Dämonen getränkten Erde genommen hat und daraus den Körper der ersten Trommel formte.

Bei aussereuropäischen Völkern sind Trommeln oft Requisit für bestimmte Zwecke bei Ritualen und Festen. Sie können beispielsweise Götter oder Geister wach- und herbeirufen oder können den Menschen Teufel oder Geister austreiben. Das Trommelspiel eines Schamanen kann mit magischer Kraft Trance und Ekstase herbeiführen, Götter und Ahnengeister anrufen sowie Seelensubstanzen in der Natur beschwören. Die sehr kunstvollen Rhythmen, Klangfarben- und Tonhöhenfolgen eignen sich auch zur Meditation. Oft steht die Trommel in inniger Beziehung zum weiblichen Geschlecht.

Die Talas der indischen Musik sind auf Perkussionsinstrumenten spielbar. Es ist nicht möglich an dieser Stelle die nahezu unzähligen Perkussionsinstrumente Einzel aufzuzählen. Unter den Idiophonen finden sich verschiedene Typen von metallenen Stäben oder Gabeln, Cymbeln sowie Klangstäben- und Platten. All diese werden hauptsächlich in der Volksmusik, der Tempelmusik und im Zusammenhang mit religiösen Gesängen, wie Kirtan und Bhajan benutzt.

Einige der Idiophone produzieren fluktuierende Grundtöne ohne klar definierbare Tonhöhe, keines dieser findet jedoch Bedeutung in  der echten klassischen indischen Musik, dort finden nur die Membranophone ihren Platz.
Membranophone oder Trommeln sind Instrumente, deren Öffnung mit Häuten bespannt sind, die mit den Händen oder irgendeiner Art von Schlägeln angeschlagen werden. Abgesehen von der Vielfalt von Tönen, die diese Instrumente hervorbringen sind diese auf eine bestimmte Tonhöhe einstimmbar.


“Vor allem soll man dem Spiel der Trommeln grosse Sorgfalt widmen, denn deren Spiel ist als das Bett der dramatischen Kunst bezeichnet worden. Sind das Spiel auf den Trommeln und die Gesänge gut ausgeführt, so ist die Aufführung ohne Risiko“.  (Natyasastra)


Indische Trommeln werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, hauptsächlich aus verschiedenen Hölzern, gebranntem Ton, Metallen und gelegentlich auch aus Glas. Die Membranophone sind meist mit Ziegenfell bespannt. Der Natyasastra erwähnt auch Kuhhaut als besonders geeignet und gelegentlich wird auch Schlangenhaut verwendet.
Indische Trommeln sind entweder Gefäss- oder Rahmentrommeln, diese sind nur mit  einer Membrane bespannt und besitzen keinen eigentlichen Klangkörper. Die Membrane ist über einen meist runden Rahmen aus Holz oder Metall bespannt. Die Gefässtrommeln haben eine oder zwei Membranen. Die wichtigsten Instrumente dieser Art  sind die vielen Fassförmigen, konischen oder zylindrischen Trommeln. Die volkstümlichste fassförmige Trommel dürfte die Dholak sein, diese ist sehr beliebt in der Volksmusik und als Begleitinstrument zu Volkstänzen.

Der Pakhawaj  (Paka awaza „reiner Klang“) wird aus einem Holzblock geschnitten. Ursprünglich scheint diese Trommel aber aus gebranntem Ton hergestellt zu sein – daher der Name Mridangam („Körper aus Erde“), nicht zu verwechseln mit der südindischen Trommel gleichen Namens, die sich etwas in der Form von dem Hindustani-Pakhawaj unterscheidet. In der Hindustani-Musik dient der Pakhawaj hauptsächlich als Begleitinstrument des Dhrupad- und des Dhamar-Gesangs wie auch zur Begleitung der Saiteninstrumente Rudra-Vina, Rababa und Surbahar, sowie zur Begleitung des Kathak-Tanzes.
Die wichtigste der Gefässtrommel in der nordindische klassischen Musik ist heute die Tabla – genau genommen handelt es sich um ein Paar von Gefässtrommeln; Dayan (die Rechte) und Bayan (die Linke). Vor allem der Khayal, die moderne klassische Musik verlieh der Tabla ihre grosse Bedeutung als Begleitinstrument erster Güte für Vokal- und Instrumentalmusik. Die Tabla spielt zudem eine grosse Rolle auch als Soloinstrument sowie für die Begleitung des Kathak-Tanzes.


 

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Stand: Montag, 02. November 2015.