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P r e s s e i n f o r m a t i o n e n


Presseinfo 1996  
Tabla bietet unerschöpfliche Kompositionsmöglichkeiten

Presseinfo 1998  
Die Sprache des Rhythmus

Presseinfo 2001   Peter Huber: Der Schweizer und sein Guru

 

Tabla bietet unerschöpfliche Kompositionsmöglichkeiten
 
Datum:   Januar 1996
Publikation:  Bieler Tagblatt
Redaktor:   Charles Martin


In jüngster Zeit ist vielleicht dem einen oder anderen aufmerksamen Zeitungsleser ein Inserat mit dem einfachen Titel „Tabla-Schnupperlektionen auf einem der klangvollsten Trommelpaare der Welt“ aufgefallen. Doch greifen wir nicht allzu weit vor.
Begeben wir uns zunächst einmal an die Aarbergstrasse in Lyss. Wenn man an dem verwitterten Haus vorbeigeht und zwischen Garten und Mauer den leicht verborgenen Eingang gefunden hat, gelangt man über eine Holztreppe, in die zweite Etage, und von dort in eine kleine geschmackvoll eingerichtete Wohnung. Hier lebt Peter Huber. Aber nicht nur wohnen tut er hier. In einem kleinen, mit weichen Teppichen ausgelegten Raum, hat sich der professionelle Musiker seine eigene Tabla-Schule eingerichtet, die einzige öffentliche Schule dieser Art in der Schweiz überhaupt.

Tabla, das sind zwei separate Trommeln, (Bayan – übersetzt die Linke) ist aus Kupfer oder Messing gefertigt, während der rechte, kleinere Klangkörper (Dayan – die Rechte) aus einem tropischen Hartholz besteht. Diese Trommeln werden mit einem Fell satt bespannt, in dessen ungefährer Mitte sich die Shyahi befindet. Die Shyahi, eine aus feinstem Metallstaub mit Reis (als Kleber) vermischte und in bis zu 30 hauchdünnen Schichten mühevoll aufgetragene Membrane, und die differenzierte Möglichkeit  des Stimmens sowie eine erstaunliche Klangvielfalt verleihen dem Rhythmusinstrument seine Einzigartigkeit.
“Tabla bietet unerschöpfliche Kompositionsmöglichkeiten. Dank der rhythmisch perfekten Silbenbenennung jedes einzelnen Tones ist es möglich, ein Klangmuster oder eine Komposition aufzuschreiben und jederzeit in Erinnerung zu rufen“, erklärt Huber dazu.

Begonnen hat Hubers Faszination für dieses fremdländische Instrument während seiner Lehrzeit als Musikinstrumenten-Verkäufer im Musikhaus Bestgen. „Bei Bestgen gab es bereits einige indische Instrumente. Nach Abschluss seiner Lehre hat er dann Indien und Nepal mehrere Monate lang bereist. Bei seinem zweiten Indienaufenthalt begann er mit seiner Tabla-Ausbildung bei professionellen indischen Lehrern. Schliesslich fand er seinen Tabla-Meister, den er, wenn möglich, jährlich während ein- bis eineinhalb Monate für die persönliche Weiterbildung besucht.

Ausserdem nutzt er auch gleich die Möglichkeit , an Ort und Stelle, geeignete, qualitativ hochstehende Tabla für den Import in die Schweiz einzukaufen. „Für meine Schüler ist mir nur das Beste gut genug“, sagt der professionelle Musiker überzeugt. Danach bearbeitet er dann auf Wunsch der Käufer die Instrumente.
Die Tabla zum Klingen zu bringen, das ist eine Sache, die Huber selbst meisterhaft beherrscht.

Tabla bedeutet übersetzt: „etwas (Ta) spricht (bla)“. Wenn der Vollblutmusiker, am Boden sitzend, seine Hände mal sanft, beinahe zärtlich, dann wieder mit harten, kurzen Folgen über die gespannte Oberfläche trommeln und schlagen lässt, vermeint man selbst als laienhafter Zuhörer, etwas von der fremdländischen Kultur mitzuempfinden. „Tabla“, erklärt Huber, „beruht auf der klassischen Musikkunst und verlangt nebst ausserordentlicher Fingerfertigkeit Feingefühl und Konzentration“.

Die Freude an seiner Arbeit steht ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Seine offene Wesensart und sein fröhliches Lachen sind ansteckend. Darauf angesprochen, erwidert er: „Es gibt’s natürlich schon,, dass ich einen schlechten Tag habe, ich bin auch nur ein Mensch mit unterschiedlichen Stimmungen“. Diese Stimmungen wiederum setzt Huber im Tabla-Spiel facettenreich um, denn viele Stücke sind sehr poetisch und Ausdruck inneren Erlebens.

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Die Sprache des Rhythmus

Datum:            Oktober 1998
Publikation:   Der Bund
Beitrag: Weltmusik
Redaktor:   Thomas Burkhalter


Die Tabla ist eigentlich ein Trommelpaar. Jede der zwei Kesseltrommeln wird mit einer Hand gespielt. Der Musiker spielt entweder mit der Handfläche, mit dem Handgelenk, mit einem oder zwei ausgestreckten Fingern oder auch mit den Fingerkuppen auf den Rand, auf das Fell oder  genau auf einen schwarzen Punkt in der Mitte des Fells. Aus diesen möglichen Anschlagarten ergeben sich unzählige Spielmöglichkeiten. Kein Wunder zählt das Tabla-Spiel zu den schwierigsten und ausgereiftesten Trommelkünsten überhaupt. Neben komplexesten Rhythmen lassen sich auf der Tabla subtilste Tonhöhenunterschiede darstellen so dass ihr Spiel, immer auch eine melodische Komponente hat. Da die schwierigen Rhythmen mit so genannten mnemotechnischen Silben erlernt werden ist ein guter Tabla-Spieler in der Lage, lange verwickelte Kompositionen auswendig zu spielen und weiterzugeben.

1000 Schläge pro Minute

Ein Könner ist fähig, alle menschlichen Gefühle auszudrücken, durch äusserste Konzentration schafft er achthundert und mehr Anschläge pro Minute . Aus der indischen Musik ist das Trommelpaar nicht mehr wegzudenken; es wird in den meisten Musikrichtungen Nord- und Südindiens verwendet. In der klassischen und halbklassischen Musik Kunstmusik (Khayal, Thumri, Ghazal), in der Begleitung der Kathaktänze und in der religiösen Volksmusik, , sowohl in der hinduistischen als auch in der islamischen. Dank ihrer enormen Vielseitigkeit haben die Trommeln selbst den Anschluss an neuere Musikentwicklungen nie verpasst. Im Jazz ist sie schon seit langem kein unbekanntes Instrument mehr und auch in neusten Spielrichtungen der elektronischen Musik hat sie inzwischen Unterschlupf gefunden.

Nicht unumstritten

Zakir Hussain, der seine neuste CD "Essence of Rhythm" benannt hat - so als wolle er sich gleich selber in den Trommel-Olymp befördern, wird in Europa als einer der grössten Tabla-Virtuosen bejubelt. In Indien aber, sind er und viele andere Tabla-Spieler (z.B. Trilok Gurtu), die wir hierzulande im CD-Regal finden, höchst umstritten, da sie kaum mehr traditionelle Kompositionen, sondern eher eine westlich orientiert Perkussion spielen.
Peter Huber, Leiter der Tabla-Schule in Lyss und Zürich, spricht von einem neuen California-Style, der kaum mehr mit der grossen Trommeltradition Indiens und den seit Beginn des 19. Jahrhunderts rivalisierenden Tablaschulen  - jede mit ihrem Stil, ihren Kompositionen und  ihren eigenen Improvisationstechniken konkurrenzieren könne. Hussains Trommelkunst sei bloss eine kleine Auswahl aus den unzähligen Spielmöglichkeiten dieser Trommel.

Nichtsdestotrotz verhilft Zakir Hussain mit seinen Konzerten in der ganzen Welt und kulturübergreifenden  Projekten mit japanischen und afrikanischen Trommlern der Tabla zu einem grossen Bekanntheitsgrad und fördert Interesse und Verständnis für diese hoch entwickelte Kunstform. Um so wichtiger scheint diese Tatsache, als die qualitativ hochstehende Tabla-Kunst heute vom Aussterben bedroht ist. Kaum ein Musiker findet mehr die Zeit, wie früher an den Höfen der Moghulkaiser bei Meistern zu lernen und das Leben ganz der Kunst zu widmen.

Schulen in Indien und der ganzen Welt versuchen verflachenden Tendenzen entgegenzuwirken. In der Schweiz bietet die Tabla-Schule in Lyss und Zürich fundierten Tabla-Unterricht an.

 

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Peter Huber: Der Schweizer und sein Guru

Datum: 2001
Publikation: Berner Almanach Band 4 Musik, Stämpfli Verlag AG Bern
Beitrag:    Musik im Schatten ihrer Herkunft
Redaktor:   Thomas Burkhalter


Es wird Zeit, den Spiess umzudrehen. Kann es ein Schweizer zur Meisterschaft in indischer Trommelkunst bringen? Peter Huber  lebt in Lyss, leitet dort und in Zürich eine indische Tablaschule und reist seit Jahren regelmässig nach Bombay, um bei seinem Tabla-Meister zu lernen. Wie ist Peter Huber zu Tabla gekommen ?

”Alles war eigentlich Zufall. Ich war Elektriker, arbeitete danach in einem Musikgeschäft und spielte als Gag mit einer indischen Sitar auf Berns Strassen. Aus Interesse ging ich nach Indien, lernte Hindi und bei Pandit Shivanath Mishra, Professor an der Sanskrit Universität in Varanasi, Sitar. Tabla, das wäre was, dachte ich eines Tages, von da ging vieles von alleine: Alles wollte ich über das indische Trommelpaar wissen, und wurde von Lehrer zu Lehrer verwiesen - vielleicht, weil ich ein Weisser war, aber nicht ins Bild passte, die im Westen lernen das sowieso nie."

Ende der Achtzigerjahre traf Peter Huber in Bombay auf Pandit Arvind Mulgaonkar, ein begnadeter Tabla-Virtuose und Lehrer aus der Stilschule Farrukhabad, eine der fünf anerkannten Tablaschulen (Gharanas) Indiens. Pandit Mulgaonkar nahm Peter Huber als Schüler auf: ”Ein Wunsch ging für mich in Erfüllung. Ich genoss Unterricht bei einem Meister, der bei den angesehensten Tablaspielern der Farrukhabad-Gharana gelernt hatte: bei Ustad Amir Hussain Khan und Ustad Ahmedjan Thirakwa, die Schüler des legendären Ustad Munir Khan waren. ‚Ich komme wieder, ok?‘ sagte ich am Ende meines Aufenthaltes zu Mulgaonkar. Bis heute besuche ich ihn fast jedes Jahr und lerne von ihm.”

Eine schöne Geschichte. Aber was bedeutet sie? Ist Peter Huber tatsächlich akzeptiert? Machen indische Gurus (= Lehrer) nicht einfach ein gutes Geschäft mit den Westlern?  ”Diesen Eindruck hatte ich nie. Mulgaonkar lehrt mich stets kostbare Kompositionen; und er verheimlicht mir die Tricks nicht, die es braucht, um Tabla im Highspeed zu spielen. Meine Hautfarbe spielt keine Rolle. Was zählt, ist ob ich meinen Lehrer überzeugen und mit meinen Mitschülern mithalten kann.

Peter Huber spielt hervorragend Tabla. Warum tritt er so selten öffentlich auf? "Ich bin glücklich mit meiner Tablaschule, mich interessiert das Instrument, ich will seine Tradition möglichst authentisch vermitteln. Ich weiss was ich kann und was nicht; ich möchte mich nicht ärgern, wenn ich keine tausendzweihundert Schläge pro Minute schaffe.”

Momentan bildet sich der Vater einer zweijährigen Tochter zum PC/LAN-Supporter weiter, ein Bildungsweg der vollkommen schräg zur Vorstellung stehe, die man von einem Tablaspieler hat, wie Huber betont: ”Indische Musik gleich Drogen, Hippies und Gurus, meinen viele Leute. Ein Beispiel: Eine Mutter ruft mich an, ihr 9-jähriger Sohn habe das Marschtrommeln in Uniform satt, er möchte Tabla lernen. Ich sagte zu. Am Abend ruft die Mutter erneut an: Der Sohn komme nicht, der Vater sei dagegen - von wegen Drogen, Guru, Hippie. Schade. Oder: Indien gleich Esoterik. "Muss ich einen bestimmten Glauben annehmen, wenn ich zu Ihnen in die Stunde komme?", fragt mich jemand. Unglaublich. Tabla hat doch nichts mit Religion zu tun. Tabla-Spielen ist kompliziert. Alle Sinne müssen offen sein. Je wacher, umso  besser. Alles auf, nichts zu."

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Stand: Montag, 02. November 2015.